Call for Papers für die 30. Jahrestagung der GKJF (25.-27.05.2017 in Königswinter)

An Schnittstellen. Aktuelle Positionen und Perspektiven der Kinder- und Jugendmedienforschung

Im nächsten Jahr feiert die Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung (GKJF) ihr dreißigjähriges Bestehen – eine Erfolgsgeschichte, die zur Retrospektive wie zur Standortbestimmung Anlass gibt. In diesem Sinn soll die Tagung vor allem genutzt werden, um grundsätzliche Fragen der Kinder- und Jugendliteratur- und -medienforschung und ihrer Perspektiven zu diskutieren: sie in der Landschaft der Fächerdisziplinen zu verorten, unterschiedliche Theorieansätze zu erproben und ihre Beiträge zur literaturwissenschaftliche/n Kulturwissenschaft bzw. kulturwissenschaftlichen Literaturwissenschaft zu bestimmen. Grundlegende, theoriegeleitete und methodenreflektierte Vorträge stehen im Mittelpunkt; an ihnen sollen analytische Zugänge durchgespielt werden. Dabei geht es zum einen darum, den Standort von Kinder- und Jugendliteratur bzw. -medien (als Handlungs- und Symbolsystem) im kulturellen Archiv auszuloten; zum anderen bzw. vor diesem Hintergrund sollen Ziele gegenwärtiger Forschung diskutiert, hinterfragt sowie Aufgaben und Perspektiven zukünftiger Forschung entwickelt werden.

Sinnvoll wären aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur- und -medienforschung perspektivierte Überlegungen zu

  •   Desiderata und Blickwinkel historischer KJL-Forschung
  •   Imagologie
  •   Diskursanalyse / New Historicism
  •   Erinnerung, Gedächtnis
  •   Narratologie
  •   Autorschaft
  •   Materialität
  •   Medialität, Intermedialität, Transmedialität
  •   Topographie und Raum
  •   Differenztheorie; Diversität,Intersektionalität,Transkulturalität                                                         Die Beiträge sollen theoretisch angelegt sein, d.h. nicht spezielle Forschungsgegenstände beschreiben. Willkommen sind aber sehr wohl Beiträge, die einen Zugang exemplarisch an konkretem Untersuchungsmaterial und in enger theoretischer Anbindung verhandeln.Wir möchten gerne auch darauf hinweisen, dass die ansonsten auf den Tagungen der GKJF übliche Praxis, nur alle zwei Jahre vorzutragen, ausgesetzt wird.
    Als Key Note Speaker konnten gewonnen werden: Vanessa Joosen, Monika Schmitz-Emans, Andrea Weinmann und Lies Wesseling.

    Wir hoffen auf Ihr reges Interesse und bitten um Zusendung von Vortragsangeboten (von maximal 30 Minuten Dauer) bis zum 10.01.2017.
    Ihrem Vorschlag sollte ein kurzer Aufriss des Vortragsthemas beigefügt sein.
    Bitte beachten Sie bei der Einreichung Ihrer Abstracts (von ca. 300 Wörtern) folgende Anforderungen:

    Die Abstracts sollen in einer kurzen inhaltlichen Zusammenfassung den Bezug zu theoretischen Positionen herstellen sowie die Literatur und ggf. Primärquellen nennen, auf die sich der Vortrag stützt. Damit die Vorträge zu einem Programm im oben beschriebenen Sinn zusammengestellt werden können, sollte sich der geplante Vortrag einem der oben aufgelisteten Schwerpunkte zuordnen lassen.

    Bitte senden Sie Ihre Vorschläge per E-Mail an: u.dettmar@em.uni-frankfurt.de

    Mit freundlichen Grüßen

    Ute Dettmar

Neues Jahrbuch der GKJF ab 2017

Mit dem Jahrbuch 2014/15 verabschieden sich die HerausgeberInnen Hans-Heino Ewers, Bernd Dolle-Weinkauff und Carola Pohlmann; dies ist das letzte unter ihrer Herausgeberschaft vorgelegte Jahrbuch Kinder- und Jugendliteraturforschung. Die GKJF dankt ihnen und dem Peter Lang Verlag für das große Engagement über viele Jahre!
Auf der Mitgliederversammlung der GKJF im Mai 2016 wurde mit großer Mehrheit beschlossen, dass das neu gestaltete Jahrbuch unter dem Titel Jahrbuch der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung / GKJF ab der nächsten Ausgabe Ende 2017 online mit Open Access erscheinen wird, im Auftrag der GKJF in den nächsten beiden Jahren von Ute Dettmar, Gabriele von Glasenapp, Caroline Roeder, Emer O’Sullivan und Ingrid Tomkowiak herausgegeben.
Neu ist in jeder Ausgabe ein thematischer Schwerpunkt, für den jeweils per Call for Papers um Beitragseinsendungen gebeten wird. Der erste Schwerpunkt steht unter dem Titel Flucht und Migration.
Link zum Call for Papers
Außer dem thematischen Schwerpunkt soll es in jeder Ausgabe bis zu drei Beiträge zu aktuellen, historischen oder rein theoretischen Fragestellungen geben. Wie bisher werden Rezensionen eine Rubrik darstellen.

Veranstaltungshinweis: “Spielarten der Populärkultur”

Im Sommersemester 2016 werden das Institut für Jugendbuchforschung und das Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik der Goethe-Universität in Frankfurt am Main eine Ringvorlesung zum Thema „Spielarten der Populärkultur – ästhetische und didaktische Perspektiven“ ausrichten.

Populärkulturelle Phänomene spielen im Feld der Kinder- und Jugendliteratur und -medien eine herausragende Rolle. Populäre Figuren, Stoffe und Erzählweisen zirkulieren omnipräsent über Kultur-, Medien- und Altersgrenzen hinweg. Anspielungen auf den Kosmos des Populären finden sich beispielsweise im (postmodernen) Bilderbuch oder in Kinder- und Jugendmedienverbünden.

Die interdisziplinär ausgerichtete Ringvorlesung wird den vielfältigen Dynamiken im Austausch zwischen Fachwissenschaft und Fachdidaktik nachgehen. Literatur- und Medienwissenschaftler/-innen bzw. Literatur- und Mediendidaktiker/-innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz werden aktuelle populärkulturelle Verschränkungen anhand ganz unterschiedlicher Gegenstände sichtbar machen. Das Spektrum reicht von der Fantastischen Literatur über TV-Serien bis hin zum Computerspiel oder Musikvideoclip. Eröffnet wird die Ringvorlesung durch die geschäftsführende Direktorin des Instituts für Jugendbuchforschung, Prof. Dr. Ute Dettmar. In ihrem Vortrag, zugleich ihrer Antrittsvorlesung, mit dem Titel: „Kinder- und Jugendliteratur und Populärkultur: Eine Beziehungsgeschichte“, wird sie das spannungsreiche Verhältnis von Kinder- und Jugendliteratur und Populärkultur fokussieren. Ausgehend von der (Faszinations-)Geschichte dieser lange umkämpften Beziehung, wird sie Entwicklungen im seriellen und transmedialen Erzählen verfolgen und verdeutlichen, wo sich Figuren des populären Imaginären medial und intermedial begegnen. Weiterlesen

Aufklärer wider den Ungeist

Am 11. Oktober 2015 verstarb der Jugendliteraturforscher
Rüdiger Steinlein. Er war seit 1994 Mitglied im Arbeitskreis für
Jugendliteratur.

Rüdiger Steinlein bei der Verleihung des Sonderpreises des Deutschen Jugendliteraturpreises 2004 an Benno Pludra, Foto © AKJ / Jochen GüntherUnerwartet ist Prof. Dr. Rüdiger Steinlein mit 72 Jahren in Berlin gestorben – was für eine bestürzende Nachricht, was für ein Verlust für die Kinder- und Jugendliteraturforschung, zu deren Wegbereitern er gehörte und für die er insbesondere mit seinen historischen und zeitgeschichtlichen Studien grundlegende Beiträge geliefert hat.

In seiner Habilitationsschrift mit dem prägnanten Titel Die domestizierte Phantasie (1987) unterzog er Kinderliteratur und Kinderlektüre des 18. wie 19. Jahrhunderts einer profunden Untersuchung und verschränkte literaturpädagogischen Theorien mit lektürebiografischen Passagen aus Autobiografien und autobiografiegestützten Romanen des Untersuchungszeitraums. Mit dieser Arbeit entwarf Steinlein eine „Phänomenologie kindlicher Lektürelust“ unter diskurstheoretischen und psychoanalytisch fundierten Implikationen. Seine Untersuchung eröffnete das bislang wenig erschlossene Feld für die historische Kinder- und Jugendliteraturforschung, insbesondere auch hinsichtlich der Lesesozialisations- und Rezeptionsgeschichte. Weiterlesen

Veranstaltungshinweis: „Geschichte im Comic – Geschichte des Comic“

Vorankündigung
1. Frankfurter Symposion zur Comic-Forschung

„Geschichte im Comic – Geschichte des Comic“

4.September – bis 6.September 2015, Campus Westend der Goethe-Universität

Freitag 4.9., 14.00 – 18.00, Plenarvorträge, IGF-Gebaude R 411:

o Prof. Anne Magnussen, Universität Aarhus/Dänemark: Comics as Historical Source Material:
Questions, Concepts and Methods

o Jun.-Prof. Stephan Packard, Universität Freiburg: Historical Time in Panel Spaces:
Chronotopic Appropriations in Comics

o Prof. Dietrich Grünewald, Reiskirchen
Von der Illustration zur autonomen Bildfolge. Zur Entwicklungsgeschichte der Comics

o Jun.-Prof. Christine Gundermann, Universität Köln: Zwischen Gattung und Typus: Geschichtscomics in der Geschichtswissenschaft

Weiterlesen