2008

Kinder- und Jugendliteratur und Leseforschung in medialen, pädagogischen
und didaktischen Kontexten

21. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung 2008

( 1.- 3. Mai 2008 in Kronberg/Ts.)

Download Programm 2008

Ankündigung und Call for Papers

Seit den Tagen der Jugendschriftenbewegung bedeutet Leseförderung zu einem Gutteil die Propagierung von ‘guter’ Kinder- und Jugendliteratur. Die Schnittmenge zwischen Lesepädagogen bzw. Leseförderern und Fachleuten der Kinder- und Jugendliteratur ist seit jeher groß. Dennoch sind die Beziehungen zwischen beiden Gruppen nie ohne Spannung gewesen. Bis heute wird angezweifelt, ob eine literarästhetisch anspruchsvolle Kinder- und Jugendliteratur mit den Erwartungen von Leseförderern vereinbar sein kann, ja ob erstere sich an letzteren überhaupt orientierten sollte. Auf der anderen Seite wird gefragt, welchen Sinn eine Kinder- und Jugendliteratur macht, die nicht zum Lesen verlockt, die keine Lesemotivation erzeugt. Angesichts des Konkurrenzdrucks der audiovisuellen und digitalen Medien wird allemal ein Abrücken von allzu hohen Schwierigkeitsgraden gefordert, so sehr sie auch künstlerisch geboten sein mögen.

Zwischen der Kinder- und Jugendliteraturkritik und der Leseförderung gibt es auch heute noch Streitfragen, denen während dieser Tagung nachgegangen werden soll. Was früher „Dichtung oder Pädagogik“ lautete, könnte heute auf die Formel „Literatur oder Leseförderung“ gebracht werden. Das heißt nicht, dass nicht auch von Fällen eines harmonischen Zusammenwirkens beider Seiten die Rede sein soll, d.h. von „Literatur und Leseförderung“. Ist etwa mit „Harry Potter“ ein solcher Fall gegeben?

- Historische und aktuelle Konzepte der Leseförderung und/oder der literarischen Erziehung unter besonderer Berücksichtigung der der KJL zugeschriebenen Rolle;
– Kriterien für die Auswahl von kinder- und jugendliterarischen Werken für Zwecke der Leseförderung;
– faktische Verwendung von Kinder- und Jugendliteratur in der (außerschulischen und schulischen) Leseförderung im deutschsprachigen Raum und in anderen Ländern (welche Titel, welche Genres, welche Formate [Bilderbuch, Taschenbuch, (gekürzte) Schulausgabe etc.]);
– Kinder- und Jugendliteratur und die Schaffung von Lesemotivation;
– die Bedeutung auditiver, audiovisueller und digitaler Kinder- und Jugendmedien für die Leseförderung;
– institutionelle Aspekte der Leseförderung mit Kinder- und Jugendliteratur (Verlage, Verbände, Bibliotheken, Stiftungen etc.);
– Modelle bzw. Praxisbeispiele einer Leseförderung mit Kinder- und Jugendliteratur (Fallanalysen).

Wir hoffen auf Ihr reges Interesse und bitten um Zusendung von Vortragsangeboten (von maximal 30 Minuten Dauer) bis zum 31.1.2008. Ihrem Vorschlag sollte ein kurzer Aufriss des Vortragsthemas („abstract“, bis ca 1.500 Zeichen) beigefügt sein. Bitte senden Sie Ihre Vorschläge per Mail an dolle-weinkauff@rz.uni-frankfurt.de oder per Briefpost an die folgende Adresse:

Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung
Dr. Bernd Dolle-Weinkauff
Johann Wolfgang Goethe-Universität
Institut für Jugendbuchforschung
Campus Westend
Grüneburgplatz 1

60323 Frankfurt

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Dolle-Weinkauff