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Call for Papers – Jahrbuch der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung | GKJF 2021

Call for Papers – Jahrbuch der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung | GKJF 2021

[English version below]

THEMA: KLÄNGE
Kinder- und Jugendliteratur und ihre Medien sind stets auch eine Symphonie bzw. Polyphonie von Klängen. Bereits das Wort »Klänge« stimmt in diesem Zusammenhang ein ganzes Konzert von Assoziationen an. Der Begriff führt zu einem Spektrum an Hörphänomenen, die die komplexen Bereiche Laut/Ton, Wort/Sprache und Musik sowie Geräusche jedweder Couleur umfassen. Eine Beschäftigung mit »Klänge« impliziert zugleich die Auseinandersetzung mit Fragen der Sinneswahrnehmung(en) ebenso wie zur Klangkunst, sei es in klassischer, in experimenteller oder populärkultureller Ausprägung. Die Bandbreite literarischer Klänge erstreckt sich von den vielgestaltigen Aspekten des Lyrischen (des Liedes, der lyrics etc.) zu Fragen intermedialer Referenzen, die sich an Texten ablesen lassen, bis hin zum spezifischen Sound und Soundtrack in Kinder- und Jugendmedien. Dabei tönt und dröhnt es nicht allein aus jugendliterarischen Texten, Klänge werden beispielsweise auch in Bilderbüchern hörbar. Politische wie ideologische Botschaften klingen an; narratologische Fragen kommen ins Spiel, wenn zum Beispiel von der Stimme des Erzählers oder dem kindgemäßen Ton die Rede ist oder vom schnellen Beat eines Romans. Klänge werden durch Sprachmelodien eingewoben, durch fremdsprachliche Zitate eingespielt, durch montierte und collagierte Geräusche dem Text unterlegt. In Klängen bildet sich zwitschernd und rauschend Natur ab, die (literarische, komponierte) Symphonie der Großstadt setzt Metropolen ein Sound-Denkmal. Auch in medialen Kontexten – im Bereich der Hörmedien ebenso wie in Bild-Medien – spielen Klänge eine ganz zentrale Rolle. Zu fragen ist deshalb nach den Zusammenhängen von Klang und Medien bzw. Medienentwicklung im Spiegel aller kinder- und jugendmedialen Produkte und Praxen.

Das open access, peer-reviewed Jahrbuch der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung stellt 2021 das Thema KLÄNGE in den Mittelpunkt, um historische wie gegenwärtige Dimensionen dieses komplexen Gegenstands in den Blick zu nehmen. Die Beiträge sollten die vielfältigen Implikationen dieses Themenkomplexes sowohl aus theoretischer wie gegenstandsorientierter Perspektive in seinen unterschiedlichen Gattungsschwerpunkten wie medialen Gestaltungsformen (Bilderbücher, Comics, Graphic Novels, Filme, Fernsehen, Computeranwendungen) aufgreifen und zugleich vor dem Hintergrund ihrer Bedeutung für die heutige Kinder- und Jugendmedienforschung diskutieren.

Mögliche Themen, Aspekte, Zugänge und Schwerpunkte, jeweils mit Bezug auf Kinder- und Jugendliteratur bzw. -medien, wären:
• Sprachformen | Erzählformen | Narrative
• Intermedialität und Materialität
• Bild-Medien (insbesondere Bilderbuch, Graphic Novels)
• Interdisziplinäre Aspekte der Klang-Künste
• Hörmedien
• Audiovisuelle Medien: Filme, Serien, …
• Sinneswahrnehmungen | Gefühlsforschung
• Musik und Gesang
• Politische Aspekte, ideologische Implikationen (Stichwort RechtsRock)
• Anthropologische Fragestellungen

Über das Schwerpunktthema hinaus sind zudem bis zu drei offene Beiträge zu kinder- und jugendmedialen Fragestellungen aus historischer wie theoretischer Perspektive erwünscht; auch hier bitten wir um entsprechende Vorschläge.

Formalia:
Wir hoffen auf große Resonanz und bitten bei Interesse um die Zusendung von entsprechenden Angeboten für themenbezogene bzw. offene Beiträge – zunächst (d.h. bis zum 15.9.2020) in Form eines Abstracts von nicht mehr als 300 Wörtern. Die Abstracts sollten außer einer kurzen inhaltlichen Zusammenfassung Angaben über die Fragestellung machen, den Bezug zu theoretischen Positionen herstellen sowie die Literatur nennen, auf die sich der Beitrag stützt. Die Beiträge selbst sollten einen Umfang von 40.000 Zeichen (inkl. Fußnoten und Literaturverzeichnis) nicht überschreiten und den Herausgeberinnen spätestens bis zum 1.3.2021 als Word-Dokument vorliegen.

Bitte senden Sie Ihre Abstracts an:
jahrbuch@gkjf.de

Ein Style Sheet wird nach Annahme der Abstracts verschickt.
Das Jahrbuch der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung | GKJF 2021 wird im Dezember 2021 online veröffentlicht.

Jahrbuch der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung | GKJF Herausgeberinnen
Prof. Gabriele von Glasenapp, Universität zu Köln
Prof. Emer O’Sullivan, Leuphana Universität Lüneburg
Prof. Caroline Roeder, PH Ludwigsburg
Prof. Ingrid Tomkowiak, Universität Zürich

Call for Papers – Yearbook of the German Children’s Literature Research Society 2021
Jahrbuch der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung | GKJF

FOCUS THEME: SOUNDS
Children’s and young adult literature and media offer a symphony or polyphony of sounds. The word „sounds“ evokes a whole concert of related associations. The term relates to a spectrum of auditory phenomena that encompasses the complex areas of tone/sound, word/language and music as well as noises of all kinds. It also leads to questions of sensory perception(s) as well as to sound art, be it in classical, experimental or popular culture forms. Literary sounds range from the multifarious aspects of the lyrical (poems, lyrics, etc.) to questions of intermedial references in texts; specific sounds and soundtracks are also audible in children’s and young adult media. But it doesn’t just thrum and throb in young adult novels; sounds are also audible in picturebooks, for example, and political and ideological messages can be transmitted in all medial forms via sound. Narratological aspects are showcased when the voice of the narrator, the childlike tone or the fast beat of a novel are alluded to. Sounds can be interwoven with speech melodies, introduced with foreign-language quotations or underlaid with montaged and collaged noises. The chirping and rustling of nature is depicted via sounds, the (literary, composed) symphony of the big city sets a sound monument to metropolises.
In media contexts, too – both in the field of acoustics and in visual media – sounds are of central importance. Hence the relevance of probing the connections between sound and media development as mirrored in all media products and practices for children and young adults.

The open access, peer-reviewed Jahrbuch der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung | GKJF (Yearbook of the German Children’s Literature Research Society) 2021 will focus on the theme of SOUNDS, examining the historical and contemporary dimensions of this complex subject. Contributions to this fifth volume of the Yearbook should address implications of the topic in its various medial forms (narratives, picturebooks, comics, graphic novels, films, television, computer games and apps) from both a theoretical and material perspective. Contributions may be in German or English. While contributions on German children’s literature and media are particularly welcome, the editors also welcome proposals on other cultural and linguistic areas.

Possible themes and approaches with reference to children’s or young adult literature or media are:
• Linguistic forms, narrative forms, narratives
• Intermediality and materiality
• Visual media (especially picturebooks, graphic novels)
• Interdisciplinary aspects of the sound arts
• Acoustic media
• Audiovisual media: films, series, …
• Sensory perception, emotional research
• Music and singing
• Political aspects, ideological implications (e.g. “right-wing rock”)
• Anthropological issues

Beyond the focus theme, the Yearbook will publish up to three open contributions – in German or English – on questions of children’s literature and media from a historical or a theoretical perspective; proposals for these contributions are also welcome.

Formalities:
Please submit a proposal of no more than 300 words for a contribution on the focus theme or for an open contribution by 15 September 2020. The proposal should provide a short summary of the questions being addressed, establish theoretical positions and name the main literature to which the contribution will refer. The contribution itself should not exceed 40,000 characters (including spaces, footnotes and bibliography), and should be submitted to the editors as a Word document by 01 March 2021.

Please send your proposal to:
jahrbuch@gkjf.de

We look forward to receiving your proposal. A style sheet will be sent once your proposal has been accepted. The Yearbook 2021 will be published online in December 2021.

Jahrbuch der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung | GKJF
Editors
Prof. Gabriele von Glasenapp, Universität zu Köln
Prof. Emer O’Sullivan, Leuphana Universität Lüneburg
Prof. Caroline Roeder, PH Ludwigsburg
Prof. Ingrid Tomkowiak, Universität Zürich

Neue Publikationsreihe: Studien zu Kinder- und Jugendliteratur und -medien

Reihen-Hrsg.: Dettmar, Ute, Josting, Petra, Roeder, Caroline

Über die Reihe:
Die Kinder- und Jugendliteraturforschung hat sich seit ihrer Etablierung an den Universitäten in den 1960er-Jahren zu einer eigenständigen Disziplin der Literaturwissenschaft entwickelt. Angesichts der (inter- und trans-)medialen Entwicklungen im Erzählen und der zunehmenden Adaptionen kinder- und jugendliterarischer Stoffe (Filme, Serien, Hörbücher, Apps etc.) ist insbesondere auch eine (inter-)disziplinäre Weiterentwicklung in Richtung Medienwissenschaften notwendig. Die kulturwissenschaftliche Wende in den Geistes- und Sozialwissenschaften erfordert eine methodische Weiterentwicklung und eine konzeptionelle Öffnung des Forschungsfeldes, die aktuelle theoretische Positionen und Diskurse aufgreift. Die Reihe widmet sich diesen Forschungsfragen in Monographien und Sammelbänden.

Die ersten zwei Bände der neuen Reihe sammeln die Beiträge der GKJF Jahrestagungen aus 2017 und 2018:

Band 1: Schnittstellen der Kinder- und Jugendmedienforschung
Band 2: Parole(n) – Politische Dimensionen von Kinder- und Jugendmedien

Jahrestagung der GKJF 2020 – Abgesagt

Mitteilung des Vorstands:

Liebe Mitglieder der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung,

wir hoffen, Sie sind alle wohlauf.

Gerne hätten wir Sie auf der Jahrestagung der GKJF im Juni in Bonn begrüßt und hatten bislang gehofft, die Tagung könne wie geplant stattfinden. Aufgrund der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus, hat sich die Lage inzwischen jedoch erheblich verschärft. Viele Universitäten genehmigen keine Dienstreisen mehr für das gesamte Sommersemester, so dass einige Referent*innen bereits absagen mussten. Infektionsschutz und Fürsorgepflicht gegenüber allen Beteiligten stehen an erster Stelle. Aus diesen Gründen haben wir uns entschieden, die Jahrestagung 2020 abzusagen. Eine Verlegung in den digitalen Raum scheint uns bei dieser Tagung, die sehr vom persönlichen Austausch lebt, keine Option zu sein. Selbstverständlich werden die Tagungsgebühren, die bereits von Ihnen überwiesen worden sind, zurückerstattet.

Wir prüfen nun die Möglichkeit, das Programm der Tagung auf das nächste Jahr, auf den geplanten Tagungstermin vom 3. bis 5. Juni in Königswinter (Arbeitnehmerzentrum AZK), zu verlegen und werden uns mit weiteren Informationen bei Ihnen melden.

Mit bedauernden, aber sehr herzlichen Grüßen und allen guten Wünschen für Ihre Gesundheit

Ute Dettmar, Ingrid Tomkowiak und Andre Kagelmann
(Vorstand der GKJF)

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Call for Papers – Jahrbuch der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung 2020

Thema: Träume
(look for the English CFP below)

Zum Schwerpunkt:
Kinder- und Jugendliteratur erweist sich als ein Reich der Träumenden: Das Traum-Personal reicht von Marie Stahlbaum (aus E.T.A. Hoffmanns Nussknacker und Mausekönig) bis zum kleinen Häwelmann, von Carrolls Alice bis Kästners Emil, um nur einige Traum-Klassiker zu nennen. Traum-Motive und Träume als narrative Modelle durchziehen alle Erzählformate der Kinder- und Jugendliteratur- und -medien. Darüber hinaus besteht phänomenologisch ein enger Konnex zwischen Traum, Erzählung und Kunst: Darauf deutet beispielsweise die Analogsetzung von Schreiben und Träumen hin oder die Bezeichnung des Kinos als ‚Dream Screen‘. Der Traum besitzt also offenbar eine schöpferische Qualität. Weiterlesen

Die Anmeldung und das Programm der GKJF Jahrestagung 2019 sind jetzt online!

Auch 2019 wartet ein interessantes Programm auf die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Jahrestagung der GKJF. Dieses Jahr dreht sich alles um das Thema Kulturelles Gedächtnis Reloaded? (Re) Inszenierungen von Erinnerung in Kinder- und Jugendmedien.

Wer schon einmal einen Blick auf das Vortragsangebot werfen möchte, kann dies hier tun: GKJF 2019 Programm

Hat das Programm Lust auf die Tagung geweckt? Einfach noch anmelden bis 08. April 2019. Auch Nicht-MitgliederInnen sind uns herzlich willkommen.

CfP für die Jahrestagung 2019

Call for Papers für die 32. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung (GKJF) 30.5-1.6. 2019 im Arbeitnehmer-Zentrum Königswinter (AZK) 

Kulturelles Gedächtnis reloaded? (Re-)Inszenierungen von Erinnerung in Kinder- und Jugendmedien 

„Verinnerlichte Vergangenheit findet ihre Form in der Erzählung“. (Jan Assmann) 

Der Blick in die Vergangenheit erfreut sich nicht nur auf dem Buchmarkt einer bemerkenswerten Popularität, sondern ist in allen Medien stark präsent: Das Spektrum reicht von so unterschiedlichen Formaten wie den (umstrittenen) Geschichtsdokumentation Guido Knopps über Fernsehserien wie Babylon Berlin, über historische Romane wie Hertha Müllers Atemschaukel oder Daniel Kehlmanns Tyll bis hin zu Computerspielen wie Through the Darkest Time. Die gesellschaftliche Bedeutung der – im Unterschied zum Gedächtnis – eher präsentischen Erinnerung zeigt sich zudem symbolisch in der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels an die Erinnerungsforscher Aleida und Jan Assmann. Dabei belegt schon das Eingangszitat Assmanns die Untrennbarkeit von Narration und Erinnerung für das kulturelle Gedächtnis, wobei auch in der medialen Re-Inszenierung von Geschichte in Geschichten der klassische Aristotelische Widerspruch von ‚objektiver‘ Geschichtswissenschaft und Dichtung zwischen den Polen Referenzialität und einem neuen Interesse am vermeintlich Authentischen sowie der Fiktionalisierung von Fakten zum Tragen kommt. 

Dieser Widerspruch gilt auch bzw. in besonderem Maße für die geschichtserzählenden Kinder- und Jugendmedien in ihrem spezifischen Spannungsfeld von ästhetischer und (latenter) historischer (pädagogischer oder ideologischer) Horizontbildung und -erweiterung, die stetig neu kontextualisiert, revidiert und aktualisiert werden, aber auch und in weiteren Dimensionen für das (auto-)biographische Erzählen. Daher setzt es sich die 32. Tagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung (GKJF) zum Ziel, diesen Veränderungen der ästhetischen Verfahren und der Erinnerungsgegenstände nachzuspüren.
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Call for Papers – Jahrbuch der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung 2019

Thema: Fakt, Fake und Fiktion

Seit Donald Trump den Mikroblogging-Dienst Twitter zum zentralen Kommunikationsmedium seiner Politik gemacht hat, ist ununterbrochen von „fake news“ und „alternativen Fakten“ die Rede. Ob wir heute wirklich in einem „postfaktischen Zeitalter“ leben, sei erst einmal dahingestellt, es besteht jedoch kein Zweifel darüber, dass das Spiel mit Fakten und Fiktionen in der medialen Öffentlichkeit eine neue Stufe der Inszenierung und Stilisierung erreicht hat. Weiterlesen

Das Programm der Jahrestagung 2018 ist online

Sie finden das Programm der diesjährigen Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung (GKJF) zum Thema „Parole(n) – Politische Dimensionen und ideologische Interferenzen von Kinder- und Jugendliteratur/-medien” hier.

[Nachtrag 24. April 2018 8. Mai 2018]: Das Programm wurde aktualisiert.

CfP für die Jahrestagung der GKJF 2018

Call for Papers für die 31. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung (GKJF) 31.5-2.6.2018 Haus auf der Alb / Bad Urach

Parole(n) – Politische Dimensionen und ideologische Interferenzen von Kinder- und Jugendliteratur/-medien

Kinder- und Jugendliteratur und -medien sind in vielfältiger Weise in politische und ideologische Horizonte eingespannt. Teils dezidiert und explizit, wenn es im Literatursystem um die Vermittlung politisch-ideologischer Positionen oder – in kritischer Auseinandersetzung damit – um politische Aufklärung geht und ging, teils implizit, bezieht man beispielsweise die sich in vielen Texten und Bildern findenden normierenden und stereotypen Einschreibungen ein, teils unterschwellig, wenn man an die Lesarten etwa der parabolischen Literatur bis hin zur Fantasy denkt, deren Bildsprache auf diese Dimensionen politischer Anspielungen hin ausgedeutet werden kann.

Eine jüngst medial geführte Debatte die sich an Textrevisionen bei Otfried Preußlers Die kleine Hexe oder Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf entzündete, erwies sich als wenig historisch und diskurskritisch fundiert. Vielmehr zeigte sich, dass es im Kern um die grundlegende Verortung von Kinder- und Jugendliteratur ging, die am Grad ihrer political correctness bemessen zu werden schien. Die stark polarisierte Auseinandersetzung ist allerdings insofern von Interesse, als sie auf ein Desiderat der Kinder- und Jugendliteraturforschung verweist, die sich mit Fragen politischer Positionen und ideologischer Einschreibungen in den letzten Jahrzehnten vor allem im Zusammenhang mit historischen Schnittstellen beschäftigt hat (so z.B. Erster Weltkrieg, Nationalsozialismus oder ¸Wende‘; ebenso mit Epochenphänomenen wie Globalisierung, Migration und Vertreibung). Fragen nach dem ‚falschen Bewusstsein‘, wie sie im Zuge der 1968er bzw. der Rezeption der Kritischen Theorie gestellt wurden, erscheinen (offenbar) nicht mehr ‚zeitgemäß‘, obwohl die sozialwissenschaftliche Forschung den Ideologiebegriff weitgehend entstaubt und ausdifferenziert hat. Weiterlesen